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Besuchen Sie den neu eröffneten Besucherpfad durch die Loos Interieurs

Mit der neuen touristischen Saison bietet Pilsen weitere touristische Attraktionen – kommentierte Führungen durch die Wohnungsinterieurs des weltberühmten Architekten Adolf Loos. Drei der mehr als zehn einzigartigen Arbeiten, welche in Pilsen auf einen Entwurf von Adolf Loos zurückgehen, kann man ab April dreimal pro Woche bestaunen. Die Rundgänge führen die Besucher in die ehemalige Wohnung der Eheleute Kraus in der Bendová Strasse 10, in den Salon und das Speisezimmer in der ehemaligen Wohnung des Doktor Vogl in der Klatovská Straße 12 sowie und in das geräumige Zwei- Generationen- Appartement des sogenannten Brummelhauses in der Husová-Straße 58, dessen Rekonstruktion vor einigen Wochen beendet wurde.

„Obwohl alle drei Interieurs auf einen Vorschlag von Adolf Loos zurückgehen, hat jedes von ihnen seine Besonderheiten. Alle sind definitiv einen Besuch wert. In der Hauptsaison finden die Führungen donnerstags, samstags und sonntags nach einem festen Zeitplan statt. Außerhalb der Hauptsaison finden sie nur donnerstags und samstags statt.Eintrittskarten kann man vorab im Tourismus- Informationszentrum auf dem Platz der Republik erwerben. Ab Montag 30.März werden Karten auch im Internet über ein Online- Reservierungssystem erhältlich sein. Weitere Führungen in verschiedenen Fremdsprachen können für Gruppen für jeden beliebigen Tag bestellt werden“, konkretisiert Zuzana Koubíková, die Direktorin der Organisation Pilsen-TOURISMUS.

Für die Führung durch das Brummelhaus zahlen Erwachsene 390 Kronen. Ermäßigte Eintrittskarten (für Kinder, Studenten, Senioren und Inhaber eines Schwerbehinderten-ausweises) kosten 300 Kronen. Die übrigen beiden Interieurs können im Rahmen eines Besichtigungsrundgangs für 230 bzw. 170 Kronen besichtigt werden. Mit Hinblick darauf, dass sich die Interieurs in höheren Stockwerken in Häusern vom Ende des 19. Jahrhunderts befinden, ist der Rundgang leider nicht für Personen geeignet, die nur eingeschränkt beweglich sind. 

• Reservieren Sie Eintrittskarten online.

Einen Lageplan der Loos Intereieurs im Zentrum von Pilsen finden Sie hier.

Das am besten erhaltene Objekt in Pilsen mit einer markanten Handschrift von Adolf Loos ist das Haus von Jan und Jana Brummel in der Husova- Straße 58.

• Rundgang durch die Loos-Interieurs (Bendová 10 a Klatovská 12)

In der ehemaligen Wohnung der Familie Kraus in der Bendová Strasse 10 ist ein wunderschöner Salon und ein Speisesaal mit gegenüberliegenden Spiegelwänden zu sehen, die den Eindruck eines unendlichen Raumes erwecken. Mit dunkelgrünem gemasertem Marmor verkleidet wirkt der Raum fast magisch. Die Besuscher können auch das praktisch ausgestattete Schlafzimmer mit den ursprünglichen Einbauschränken und dem kleinen Waschtisch besichtigen.

Anschließend geht die Führung nur um nicht mal 400 m weiter in die Klatovská-Straße 12, wo zwei erhaltene Räume aus der ursprünglichen Wohnung von Doktor Josef Vogl zu sehen sind. Hier gibt es einen Salon mit Speisesaal mit eingebauten Möbeln und Wandverkleidung aus Holz oder Travertin. Die Räume wurden nach der Rekonstruktion mit genauen Repliken der ursprünglichen Einrichtung ausgestattet. Die Besucher bekommen so leicht einen Eindruck davon, wie die Vogls damals hier lebten.

• Führung durch das Brummel Haus (Husova-Straße 58)

Das am besten erhaltene Objekt in Pilsen mit einer markanten Handschrift von Adolf Loos ist das Haus von Jan und Jana Brummel in der Husova- Straße 58. Loos schlug einen Anbau vor und passte das ganze Objekt modernem, zweckdienlichem Wohnen an. Das Haus mit einem Teil des ursprünglichen Mobiliars gehört zu den schönsten Realisierungen von Loos in Pilsen. Schauen Sie gleich in die fünf Zimmer des einstigen Zwei- Generationen - Appartements.

• Adolf Loos und Pilsen

Pilsen, eine der sich am dynamischsten entwickelnden tschechischen Städte dieser Zeit, schrieb sich in die Architekturgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. Der in dieser Zeit bereits berühmte Architekt, Philosoph und Publizist Adolf Loos kam im Jahre 1907 auf Einladung der Familie Hirsch aus Wien nach Pilsen. Dank der Zusammenarbeit mit weiteren Familien jüdischer Herkunft bekam er in Pilsen ein Reihe von Aufträgen und realisierte im Laufe der folgenden 25 Jahre hier wenigstens 13 Adaptionen, überwiegend Wohnungen, Salons, kleine Musiksalons und Speisezimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer und Arbeitszimmer – das alles entzog sich dem damaligen Wohnstil.

Loos betrachtete jedweden Dekorativismus für überflüssig, anstatt dessen verwendete er teuren Marmor und wertvolles Holz. Schwer ausgearbeitetes Mobiliar ersetzte er mit Einbauschränken mit Schubladen und bis ins letzte Detail durchdachten Kleiderständern. Zweckdienlichkeit, Eleganz, Zeitlosigkeit – mit dieser durch und durch modernen Auffassung verblüffen die Loos Interieurs in Pilsen bis heute. Einen seltsamen Kontrast zum geschliffenen Lebensstil der jüdischen Community stellten die bewegten Schicksale der Familie dar. Sie sahen sich den Repressalien des aufkeimenden Nazismus ausgesetzt, die in die erzwungene Emigration und in einigen Fällen sogar in die Deportationen in die Konzentrationslager im Jahre 1942 mündeten.