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Auf den Spuren des jüdischen Pilsen

Auf den Spuren des jüdischen Pilsen

In Pilsen gibt es auch eine Reihe Denkmäler, die auf die lange Geschichte der hier lebenden jüdischen Bevölkerung verweisen. Die Große Synagoge, drittgrößte der Welt, prägt das Stadtbild; die anderen Denkmäler hingegen, wie die alte Synagoge oder die Wohninterieurs des weltberühmten Architekten Adolf Loos, fallen nicht gleich ins Auge. Sie finden sie etwas versteckt in zweiter Reihe und ein wenig außerhalb des Stadtkerns, doch ihr Besuch wird Sie zweifelsohne bereichern.

  • Große Synagoge

Die Pilsener Große Synagoge ist die zweitgrößte Europas und drittgrößte der Welt. Das Gebäude im neoromanischen Stil wurde 1893 eingeweiht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie stark beschädigt, und nach 1948 diente sie als Lager für Militärmaterial, was sie vor dem Abriss rettete. Nach aufwändiger Restaurierung wurde die Große Synagoge für den Betrieb wiedereröffnet.

Heute dient sie vor allem für kulturelle Zwecke: Wegen der ausgezeichneten Akustik werden oft Konzerte veranstaltet, auch sind hier über das Jahr verschiedene Ausstellungen zu sehen. Die Synagoge kann während der touristischen Saison bis Ende Oktober jeden Tag außer samstags und an jüdischen Feiertagen von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden.    

  • Die jüdischen Industriellenfamilien wohnten in Interieurs von Adolf Loos

Ein interessantes Zeugnis über das Leben der jüdischen Bewohner Pilsens im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts sind die Wohninterieurs, die der weltbekannte Architekt Adolf Loos schuf. Er kam dank familiärer Beziehungen seines Freundes, des Wiener Journalisten Karel Kraus, nach Pilsen zu seinen ersten Auftraggebern, der Familie Hirsch: Er sollte ihre Wohnung in der Palacký-Straße am Rand des Stadtzentrums neu gestalten. Heute ist die Wohnung zwar zerstört, doch nach und nach erhielt Loos Aufträge von anderen reichen jüdischen Geschäftsleuten und Industriellen, und bis 1932 gestaltete und baute er mindestens 13 Wohnungen und Häuser um. 

Alle seine Arbeiten zeichnen sich durch die Verwendung hochwertiger Naturrmaterialien (Marmor und Edelhölzer) aus, wie auch durch zeitlose Lösungen praktischer Funktionen für den Wohnraum, vor allem Stauräume und Einbauschränke. Es sind zahlreiche schriftliche Zeugnisse zu Loos‘ Aufenthalt in Pilsen erhalten, unter anderem das erfolgreiche Buch seiner dritten Frau Claire Beck, Tochter eines seiner Autfraggeber. Dennoch ist infolge des Zweiten Weiltkrieges und unter dem kommunistischen Regime das Schaffen des weltbekannten Architekten in Pilsen in Vergessenheit geraten. Die Interieurs wurden erst vor 10 Jahren für die Öffentlichkeit „wiederentdeckt“: Seit April 2015 wurden im Rahmen dreier Besichtigungsstrecken nach und nach vier Interieurs rekonstruiert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie können sich einer der Führungen anschließen, die in der Hauptsaison von April bis Oktober donnerstags, samstags und sonntags und von November bis März donnerstags und sonntags zu den gegebenen Uhrzeiten durchgeführt werden. Falls die Führung auf Tschechisch erfolgt, stehen Ihnen fremdsprachliche Kommentare in Papierform zur Verfügung. Weitere Informationen zu den Führungen für Einzelpersonen und Gruppen finden Sie im Internet unter www.adolfloospilsen.cz .  

  • Alte Synagoge

Die Alte Synagoge versteckt sich im Innenhof eines Hauses der Smetanovy sady, nicht weit weg vom Stadtzentrum, gegenüber dem Großen Theater. Das Gebäude wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet, als in Pilsen bereits 40 jüdische Familien lebten. Die baufällige Synagoge konnte vor einigen Jahren rekonstruiert werden, seit kurzem ist sie wieder für Besucher geöffnet. Neben der schön verzierten Einrichtung gibt es auch den Garten der Erinnerungen zu sehen, wo Steine mit Namen von Opfern des Naziterrors an die Opfer des Holocausts in Pilsen erinnern. Die Alte Synagoge kann bis Ende Oktober jeden Tag außer samstags und an jüdischen Feiertagen von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden.