Pilsner Region - Norden

Einführende Informationen

Für den nördlichen Teil der Pilsner Region ist eine bewaldete Landschaft typisch mit interessanten Naturszenerien in romantischen Tälern von größeren sowie kleineren Flüssen auf Bergebenen. Dieser Teil der Region ist ein Paradies für Pilze- und Blaubeerensammler, aber auch die Liebhaber von Sommersporten. Radfahren und Wandern wird hier durch Reiten und Kanufahren (Fluss Berounka/Beraun) ergänzt. Man findet hier außerdem Klettergebiete und Gebiete, wo Paragliding, Zorbing, Bungee-Jumping und andere Funsportarten ausgeübt werden.

Städte und Dörfer

Kralovice

Die erste urkundliche Erwähnung von Kralovice (deutsch: Kralowitz) stammt aus dem Jahr 1183, im Jahre 1547 wurde Kralovice zur Stadt erhoben. Das Wahrzeichen der Stadt ist eine am Ende des 13. Jahrhunderts in Gotik erbaute und später in Renaissance umgebaute Kirche. Unter der südlichen Kapelle befindet sich eine Gruft mit mumifizierten Körpern von Mitgliedern des Adelsgeschlechts Griespek von Griespach (die sog. Kralowitzer Mumien).

www.kralovice.cz 

Manětín

Manětín war ursprünglich ein Kloster des Johanniterordens, in den Jahren 1622 – 1945 war es im Besitz des adeligen Geschlechts Lažanský von Buggau (tschechisch: Lažanští z Bukové), welches das hiesige Barockschloss erbauen ließ. Zu weiteren Sehenswürdigkeiten zählen die barocke St.-Johannes-Täufer-Kirche und barocke Bürgerhäuser in der nördlichen Front des Stadtplatzes. In der Stadt sowie deren Umgebung findet man insgesamt 80 wertvolle Barockstatuen.

www.zamek-manetin.cz

Plasy

Grundlage der Siedlungsentwicklung von Plasy (Plass) war ein fürstlicher Hof, den der böhmische Herzog Vladislav dem neu gestifteten Zistenzienzerkloster schenkte. Dominante des Klosters ist dessen Konventgebäude – ein nationales Kulturdenkmal; des Weiteren der Klosterspeicher mit einer sog. Königlichen Kapelle, die Klosterprälatur, die auch als das Schloss bezeichnet wird, die Jungfrau-Maria-Himmelfahrtkirche als Pfarrkirche, die Beerdigungskapelle in der St.-Wenzel-Kirche (Gruft der Familie Metternich) und die Brauerei.

www.plasy.cz 

Rabštejn nad Střelou

Das angeblich kleinste Städtchen in Mitteleuropa (27 Einwohner), erstmals erwähnt 1269. Die gotische Burg und die Befestigung aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts, die Sieben-Schmerzen-Kirche aus 1766–1769 nach einem Entwurf von A. Lurago, das frühbarocke Klostergebäude (Projekt T. Pinchetti), das ursprünglich Renaissance-Schloss, das im 18. Jahrhundert barock umgebaut wurde, der jüdische Friedhof sowie die steinerne Brücke gehören zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten.

www.rabstejnnadstrelou.cz

Burgen und Schlösser

Krašov

Die ursprünglich gotische Festung aus dem Jahr 1232 entwickelte sich dank einem Renaissance-Umbau nach und nach zu einem modernen Herrensitz. Zur Vorburg gehörten zwei Mühlen und ein technisch vollkommenes System von Wasserkanälen und Staubecken. Die Burg ist 40 km von Pilsen und 10 km von Kralovice entfernt. Sie ist frei zugänglich.

www.sweb.cz/hradkrasov/hrad.html 

Kaceřov

Im Dorf Kaceřov – unweit von Kralovice – befindet sich ein Renaissance-Schloss von Florian Gryspek. Das Schloss ist im privaten Besitz und wird zurzeit renoviert. Es ist ein massives vierflügeliges, überwiegend zweistöckiges Gebäude mit einem rechteckigen Vorhof. Das Schloss ist ca. 20 km von Pilsen entfernt.

Manětín

Das Schloss wurde nach einem Brand der Stadt im Jahre 1712 nach Entwürfen von T. Hafenecker erbaut. Die Dekoration des Schlosses wird durch eine einzigartige Bildersammlung von V. Dvořák ergänzt, die das Schlosspersonal darstellt. Durch einen gedeckten Korridor ist an das Schloss die barocke St.-Johannes-Täufer–Pfarrkirche (mit Jungfrau Maria von Loreto und Bildern von P. Brandl) aus den Jahren 1712-1719 angeschlossen. Vor dem Schloss gibt es eine Terrasse mit reicher barocker Dekoration (Š. Borovec, J. Herscher). Den Weg zum Schloss schmücken barocke Statuen. In der Stadt gibt es auch eine Friedhofkirche – die St.-Barbara-Kirche mit Bildern von P. Brandl.

www.zamek-manetin.cz

Nečtiny

Das Schloss in Nečtiny wurde vom Adelsgeschlecht Griespek von Griespach während des 16. und 17. Jahrhunderts erbaut. In den Jahren 1855-58 wurde das barocke Schloss im Windsor-Stil umgebaut und heute gehört es der Westböhmischen Universität an. In der Umgebung findet man die Burgruine Preitenstein (tschechisch: Preitenštejn).

www.nectiny.cz



Kirchliche Bauten

Kloster Plasy (deutsch Plass)

Das Kloster wurde Mitte des 13. Jahrhunderts vom böhmischen König Vladislav II. erbaut und danach von den Zisterziensern besiedelt. Die barocken Bauadaptationen wurden nach einem Entwurf des Architekten Johann Blasius Santini-Aichl durchgeführt. Es gibt hier eine historische Exposition, Barockkapelle, Stretti-Galerie, Apotheken-Exposition, Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Musik wird hier in verschiedenen akustisch geeigneten Räumlichkeiten aufgeführt. Aufmerksamkeit erweckt auch eine lebendige Galerie der Künstler des 20. Jahrhunderts. Zu den Gehöften des Klosters von Plasy gehören Hubenov, Býkov, Sechutice, Bohy, Rohy, Lednice, Kalec und Velká Černá huť.

www.klaster-plasy.cz

Mariánská Týnice, Museum und Galerie der Region Pilsen- Nord

Die Kirche in Týnec wurde als Beseitz des Klosters von Plasy bereits 1250 erwähnt. Sie wurde kontinuierlich umgebaut und erweitert, Ende des 17. Jahrhunderts wurde sie durch eine Propstei und einen Kreuzgang ergänzt und wurde zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Seit Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts verläuft hier eine Generalrenovierung, die dem Objekt nach und nach sein ursprüngliches Aussehen zurückgibt. Im Gebäude der Barockkirche und der ehemaligen Propstei (nach Entwürfen von J. B. Santini-Aichl) aus dem 18. Jahrhundert ist das Museum und Galerie der Region Pilsen- Nord untergebracht. Es gibt hier eine Dauerausstellung – archäologische Denkmäler, eine Sammlung gotischer und barocker Kunst, Expositionen: Zunftherstellung, Wohnkultur in der Stadt und auf dem Lande im 19. Jahrhundert, kleinstädtische Küche des 20. Jahrhunderts. Sehenswürdig ist auch eine umfangreiche Sammlung von Erzeugnissen aus Gusseisen (Kunst- und Gebrauchsgegenstände), die im 19. Jahrhundert in Plasy hergestellt wurden.

www.marianskatynice.cz

Natursehenswürdigkeiten

Háj

Háj („Hain“) ist ein Naturschutzgebiet (11,31 ha) mit Resten von natürlichen Eichen-Buchenwälder auf algomischen und Spilitböden. .

Malochs Alpinum (benannt nach F. Maloch, tschechisch: Malochova Skalka)

Das Alpinum findet man am linken Ufer des Flusses Berounka (deutsch Beraun) unweit des Dorfes Druztová im Kreis Pilsen-Nord. Geschützt wird hier die thermophile Flora (z.B. Kalk-Blaugras), die es in drei Spilit-Steingärten im Gewächs eines Eichen-Buchenwaldes auf einem steilen, westlich orientierten Abhang gibt. Es wurde 1970 zum Naturdenkmal wurde erklärt.

Naturpark Obere Beraun (tschechisch Horní Berounka)

Der Naturpark Obere Beraun (tschechisch Horní Berounka) – mit einer Fläche von 10. 100 ha – wurde entlang des Oberlaufs des Flusses Berounka (Beraun) zum Schutz von Natur-, Kultur- und historischen Werten landschaftlichen Charakters gegründet. Der Fluss Berounka, der durch den Zusammenfluss von den Quellflüssen Mže (Mies), Radbuza (Radbusa), Úhlava (Angel) und Úslava (Uslawa) entsteht, ist der größte Zufluss von Vltava (Moldau). Beim Durchfließen durch den Naturpark Obere Beraun trennt das tief eingeschnittene Tal unterschiedliche Landschaftstypen – die Rakonitzer Ebene (Rakovnická plošina) vom Massiv des Gebirges Brdy ab. Es entsteht ein Kontrast zwischen den romantischen Landschaftsszenerien – Täler mit verschiedenen Biegungen und Felsen – und den landwirtschaftlich genutzten Flächen. Es handelt sich insbesondere um Teile des mäandernden Flusses unter dem Hügel Bílá Hora (Weißer Berg) und der Anhöhe Chlum (416 m ü.NN) bis zur Burgruine Věžka (Türmchen), um den Mäander bei Liblín, um das Gebiet zwischen der Burgruine Libštejn (Liebstein) und dem Zusammenfluss mit Střela (deutsch: Schnella) und um das Gebiet zwischen dem Tal Liblín und der Mühle Lejskův Mlýn mit den Felsen Třímalské skály und der Burgruine Krašov.

www.radnicko.cz

Der See Hromnické jezírko

Der See Hromnické jezírko, genannt auch Roter See, mit aggressivem Schwefelwasser entstand durch die Überschwemmung einer Vitriolschiefergrube. Der 15 m tiefe See mit Abmessungen 190 x 130 m ist ein Natur- und technisches Denkmal mit einer Fläche von 12,2 ha. In dessen Umgebung gibt es graue Halden – Übrigbleibsel" aus Anfangszeiten der chemischen Industrie auf dem tschechischen Gebiet. In den Jahren 1807 – 1898 wurde hier rauchende Schwefelsäure (Oleum) produziert, die zur Herstellung von Phosphor, Farbstoffen, Reinigung von Mineralölen u. a. verwendet wurde.

Kozelka

Der Hügel Kozelka ist ein Tafelberg (660 m ü. NN) und zugleich Bestandteil des Tafelbergs Doubravický vrch. Man findet ihn im Hügelland Manětínská vrchovina unweit von der Gemeinde Nečtiny. Das Naturschutzgebiet (33,12 ha) erstreckt sich auf dem Tafelberg mit einem flachen Sattel als Rest des tertiären Vulkanismus mit Erdrissen, Erdfällen, Felsentürmen, Pyramiden. Schottergelände mit thermophiler Vegetation. Übungsklettersteige.

Der Wald „Kyjovský les“

Das malerische Tal des Baches Chotíkovský potok mit bizarren Felsengebilden – erodiert in kaolinitischen Sandsteinen und Arkosen. Der Felsen „Malesická skála“ (0,01 ha) ist ein Kulturdenkmal, es ist eine eigenartige Felsenpyramide auf Karbonsedimenten unweit von der Gemeinde Malesice.

Der See „Odlezelské jezero“

Der See entstand beim Hochwasser im Jahre 1872 im Zusammenhang mit dem Bau der Eisenbahnlinie Pilsen – Saaz (Plzeň – Žatec) durch den Erdrutsch des Felsenabhangs ins Tal des Bachs Mladotický potok. Es handelt sich um ein Naturdenkmal mit einer Fläche von 68,30 ha.

Příšovská homolka

„Příšovská homolka“ ist ein Naturdenkmal auf einer Fläche von 0,48 ha. Es handelt sich um den Rest des südlichsten Vulkans in Tschechien, der im jüngeren Tertiär entstand. Der 22 m hohe Vulkanhügel besteht aus Vulkanasche, Trasszement und vulkanischen Breccien.

Střela

Střela heißt das größte Naturschutzgebiet (314,21 ha) mit einem canonartigen Tal und dem mäandernden Fluss Střela (Schnella) in Westböhmen. Auf den steilen Abhängen gibt es natürliche Schuttgewächse und eine wohl erhaltene thermophile Vorgebirgsflora. Das in Schiefern tief eingeschnittene Tal mit einem kataraktartigen Fluss hat einen außerordentlichen Landschaftswert.