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Pilsen ohne Barrieren

 

Dieser Vorschlag für ein Ganztagesprogramm nutzt wurde aufgrund der Zugänglichkeitsmöglichkeiten der bedeutendsten Pilsner Reiseziele vorbereitet und macht Gebrauch von Dienstleistungen für Stadtbürger und Touristen mit Handicap, Senioren oder Familien mit kleinen Kindern. Der Routenvorschlag wurde von PhDr. Miroslav Valina – dem Vorsitzenden des Pilsner Regionalrats der Personen mit Behinderung – aufgrund seiner eigenen Erfahrungen ausgearbeitet.

Parken im Parkhaus Rychtářka – Stadtplatz náměstí Republiky – Marionettenmuseum – Brauereimuseum – Mühlgraben Mlýnská strouha und Parkanlagen Štruncovy sady – Brauerei Plzeňský Prazdroj

Sollten Sie nach Pilsen mit dem Auto kommen, so können Sie es sicher im Parkhaus „Rychářka“ abstellen. Das Parkhaus ist barrierefrei und verfügt über Toiletten für Rollstuhlfahrer (Eurokey). Über einen Steg gelangt man in die Straße Roosveltova ulice – etwa 150 m vom Stadtplatz náměstí Republiky (Platz der Republik). Durch die Straße Roosveltova ulice kommt man direkt zum Stadtplatz náměstí Republiky, wo sich der Blick auf die St.-Bartholomäus-Kathedrale, historische Bürgerhäuser einschließlich des Renaissance-Rathauses eröffnet, im Gegensatz zu den modernen Brunnen, die die einzelnen Teile des Pilsner Stadtwappens (Engel, Kamel und Windhündin) symbolisieren. Sowohl der Innenraum der Kathedrale als auch das sog. Maßhaus des historischen Rathauses haben einen barrierefreien Zugang, ähnlich wie andere Häuser am Stadtplatz, in denen Konditoreien, Cafés oder Banken untergebracht sind. Besuchen können Sie hier auch ein barrierefreies Infocenter, wo man Sie gern berät und weitere Möglichkeiten empfiehlt. Das Infocenter ist täglich geöffnet. 

Das Marionettenmuseum im historischen Haus Nr. 23 auf der südlichen Seite des Stadtplatzes präsentiert die berühmte Geschichte des Pilsner Marionettenwesens, anfangend mit den wandernden Marionettentheatern vom Anfang des 19. Jahrhunderts über die ersten dauerhaften Marionettenbühnen, insbesondere das Marionettentheater der ferialen Kolonien, wo Josef Skupa zum ersten Mal Spejbl und später auch Hurvínek auf die Bühne brachte. Das zeitgenössische Schaffen wird durch die Marionetten des Theaters Alfa vertreten und es gibt hier auch einen Saal, in dem kleine sowie große Besucher ausprobieren können, Marionetten zu führen. Die Expositionen sind dank einem Aufzug in allen Etagen barrierefrei zugänglich. Zum Museum gehört auch das Café Skupa, wo es im Außenbereich einen Hof mit Sitzmöglichkeiten und eine barrierefreie Toilette gibt.

Vom Stadtplatz „náměstí Republiky“ (Platz der Republik) geht es sich weiter barrierefrei durch die Straßen Pražská ulice (Prager Straße) und Perlová ulice (Perlengasse) zum Brauereimuseum, das in einem wohlerhaltenen mittelalterlichen Haus mit Braurecht untergebracht ist. Einen größeren Teil der Ausstellung – der Biergeschichte, Bierherstellung, Bierkonsumation von der Antike bis zur Gegenwart gewidmete Expositionen – können Personen mit beschränkter Bewegungsfreiheit nur mit kräftiger Hilfe (Kellerräume, schmale Treppen) absolvieren. Allerdings selbst wenn man nur einen Teil der Expositionen besuchen würde (über Stufen bis 10 cm), sollte man sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. In einem Hof sind dann Exponate enthalten, die sich auf den Biertransport beziehen, weiter ein steinernes gotisches Portal vom Ende des 15. Jahrhunderts, eine barocke Glocke, mit der in der Brauerei das Beenden des Sudes bekannt gemacht wurde. Vom Hof des Brauereimuseums kann man auch barrierefrei die Schenke „Na Parkánu“ betreten und hier z.B. zu Mittag essen. Als „parkán“ wurde der Raum zwischen zwei Linien von Stadtmauern bezeichnet, den es in Pilsen gerade hier gab. Zu den Vorzügen dieser Schenke gehören sowohl deren Atmosphäre als auch der Umstand, dass hier echtes naturtrübes (nicht gefiltertes) Bier Pilsner Urquell gekostet werden kann, wie es in Pilsen vor mehr als hundert Jahren gezapft wurde. Zu der Schenke führt auch ein barrierefreier Zugang von der Straße (über eine Aufzugsrampe) und zur Verfügung steht auch eine barrierefreie Toilette.

Nach dem Mittagessen bzw. einer Rast inmitten der Grünflächen des städtischen Parkanlagenrings können wir unsere Reise im Spaziertempo über das Gelände des Mühlgrabens Mlýnská stoka in den Parkanlagen Štruncovy sady fortsetzen. Von hier aus geht es sich über einen barrierefreien Steg (über dem Fluss Radbuza) in die Brauerei Plzeňský prazdroj. Die hiesige Besichtigungsroute kann von den Besuchern mit Behinderung am besten nach vorheriger Anmeldung absolviert werden. Die Besichtigung beginnt im Besucherzentrum, von wo aus der Weg mit einem Besichtigungsleiter in einen modernen Abfüllraum und in eine einzigartige Sinnesexposition Pilsner Urquell führt. Weiter bekommt man ein Sudhaus vom Anfang des 20. Jahrhunderts zu sehen (das man mit einem modernen Sudhaus aus dem Jahr 2004 vergleichen kann). Danach besucht man die Ruhmeshalle im ehemaligen Sudhaus aus dem 19. Jahrhundert. Über eine steile, allerdings auch mit dem Rollstuhl befahrbare Rampe geht man in das Brauerei-Kellergeschoss herunter, wo Besucher, die älter als 18 Jahre sind, nicht gefiltertes (naturtrübes) und nicht pasteurisiertes Bier direkt vom Eichenfass kosten können. Die Bewegung während der Besichtigung wird durch barrierefreie Eingänge, Toiletten (im Besucherzentrum und Abfüllraum) erleichtert. Es gibt auch einen Bus mit ausziehbarer Plattform und Aufzüge im Abfüllraum und im Sudhaus. Zur Verfügung stehen eine Zusammenfassung der Besichtigung in Brailleschrift, gedruckte Versionen der Besichtigung und es kann auch ein Rollstuhl ausgeliehen werden. Nach dem Ende der Besichtigung können sich die Besucher Souvenirs im Geschenkshop der Brauerei kaufen. Man kann dann im Restaurant „Na Spilce“ gut essen und dann einen kleinen Spaziergang machen und zum geparkten Auto zurückkehren.